Loft-Kultur

Sprecher werden?

16.06.17 / Agentur

Der Weg zum professionellen Sprecher

Der Weg zum professionellen Sprecher
Eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt wird, lautet: Wie werde ich Synchronsprecher? So einfach diese Frage zunächst klingen mag, so komplex ist ihre Beantwortung. Ein wenig Licht ins Dunkel soll dieser Blog-Beitrag bringen.

Werbesprecher oder Synchronschauspieler?

Eine der wichtigsten Fragen sollte man gleich am Anfang klären. Was genau meint jemand damit, Sprecher werden zu wollen? Vielen ist der Begriff „Synchronsprecher“ geläufig. Doch meinen viele oft sehr unterschiedliche Berufsbilder damit. Der Unterschied zwischen einem Werbesprecher und einem Synchronschauspieler mag manchem zunächst nicht ganz verständlich sein, doch gibt es große Unterschiede in der Arbeitsweise und den vorausgesetzten Fähigkeiten.


Ein Synchronschauspieler (Synchronsprecher) arbeitet, wie der Name schon sagt, im Bereich der Filmsynchronisation. In einem Synchronatelier (Synchronstudio) wird  mit Hilfe der sogenannten IT-Tonspur eine lippensynchrone Sprachfassung in einer anderen Sprache als der Originalsprache eines Filmes erstellt. Der IT-Mix (International Tape) enthält dabei alle nicht-sprachlichen Elemente wie Atmo-Sounds, Geräusche, Musik etc. und ist sozusagen eine Art Universalgrundlage, um einen Film in eine andere Sprache zu übersetzen. Nun werden die Originaldialoge (möglichst) lippensynchron in einer anderen Sprache aufgenommen. So bekommt jeder Schauspieler seine eigene neue Stimme. Neben der Synchronisation der Schauspieler gibt es aber auch sogenannte Mengen- oder Massen-Aufnahmen. Dieses können Sprachelemente im Hintergrund sein, aber auch spezielle Effekte wie Durchsagen, Computerstimmen oder Gesang.

Das besondere an einer Synchronfassung ist zum einen die ganz andere Präsenz der Stimmen als in einer Originalfassung, in der in den meisten Szenen der Dialog am Film-Set direkt mit aufgenommen wurde. Häufig klingt die Sprache in einer Synchronfassung wesentlich direkter und näher. Zum anderen kann die Synchronstimme dem jeweiligen Schauspieler durch diese Neukombination einen partiell anderen Charakter verleihen. Daher ist es unter Filmliebhabern sehr umstritten, ob man Synchronfassungen schauen sollte oder lieber den Film in der Originalsprache mit Untertiteln (OmU-Fassung).

Deutschland zählt weltweit zu den „Synchronländern“. Wie beispielsweise unter anderem auch in Frankreich oder Italien wird fast für jeden Film, der in Deutschland gezeigt wird, eine lippensynchrone Sprachfassung erstellt. Durch die in den letzten Jahren gestiegene Popularität von Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon und deren Strategie, Filme und Serien auch selbst zu produzieren, erlebt die gesamte Synchronbranche einen regelrechten Boom. Viele Synchronstudios müssen mittlerweile in Doppelschichten arbeiten, um alle Aufträge fristgerecht fertigstellen zu können. In Deutschland ist Berlin die unangefochtene Synchronhauptstadt. Mittlerweile gibt es alleine hier über 200 Synchronstudios. Aber auch in Städten wie München, Hamburg und Köln ist die Synchronbranche stark vertreten.

Bei Sprachsynchronaufnahmen gibt es neben dem Synchronschauspieler im Synchronatelier einen Synchrontonmeister, einen Regisseur und einen Synchroncutter.

Der Synchrontonmeister ist dafür zuständig, alle klanglichen Parameter gemäß der Bildvorgabe im Blick zu behalten und umzusetzen. So muss zum Beispiel je nach Szene die klangliche Perspektive sowie die Räumlichkeit zum Bild passen.

Der Synchroncutter hat im Vorfeld einer Synchronaufnahme den Sprechertext schon „getaked“, also in einzelne kleinere Abschnitte eingeteilt, die bestimmte Sinneinheiten ergeben, aber auch gut vom Sprecher umgesetzt werden können. Ein sogenannter Take kann dabei ein einzelnes Wort oder auch ein kompletter Absatz sein. Im Synchronatelier selbst ist der Synchroncutter als Unterstützung für den Synchronschauspieler tätig. So gibt der Cutter Anweisungen zu Länge und Geschwindigkeit, zu Pausen, Zögerern, An- und Ausatmern, Arm- und Körperbewegungen. 

Der Synchronregisseur letztlich beurteilt die Gesamtleistung und ist für die Dramaturgie der neuen Sprachfassung verantwortlich.

Aus dieser Arbeitsweise im Synchronatelier wird vielleicht auch verständlich, warum es in der Branche üblich ist, von einem Synchronschauspieler und nicht von einem  Synchronsprecher zu reden. Bei dieser Arbeit steht natürlich (ebenso wie vor der Kamera) das schauspielerische Talent stark im Vordergrund. Häufig sind es auch durchaus bekannte Schauspieler, die beispielsweise nochmals größere Bekanntheit erlangt haben, indem sie die markante deutsche Stimme eines Hollywood-Stars wurden. Und vielen ist häufig die Stimme des Synchronschauspielers stärker vertraut als seine Arbeit vor der Kamera. Es gibt wohl niemanden der zum Beispiel die Stimmen von Manfred Lehmann (Bruce Willis), Joachim Kerzel (Anthony Hopkins), Daniela Hoffmann (Julia Roberts), Franziska Pigulla (Gillian Anderson in „Akte X“) oder Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie) nicht kennt (Am Ende des Artikels gibt es einige Hörbeispiele bekannter Synchronsprecher in unserer Agentur).

Die Arbeit eines Werbesprechers unterscheidet sich grundlegend von der Arbeit eines Synchronschauspielers im Synchronatelier. Wobei man vorab sagen muss, dass wir den Begriff „Werbesprecher“ vor allem in Abgrenzung zu dem Begriff „Synchronschauspieler“ verwenden. Der Arbeitsbereich eines Werbesprechers umfasst nicht allein die klassische TV- oder Radio-Werbung, sondern auch Sprachaufnahmen für zum Beispiel Image- und Industriefilme, Audioguides, Telefonansagen oder Fernsehbeiträge.

Auch die Arbeit im Tonstudio ist grundsätzlich anders als im Synchronatelier. Häufig arbeitet der Werbesprecher nur mit einem Tonmeister zusammen, so dass er wesentlich selbständiger entscheiden muss, wie er den zu sprechenden Text umzusetzen hat. Zwar sind häufig auch die Auftraggeber anwesend oder per Telefon zugeschaltet, dennoch muss ein Werbesprecher hier eher „anbieten“ und erkennen, in welche Richtung der Kunde denkt und sich eine Umsetzung durch den Sprecher wünscht. Oft hat ein Werbesprecher im Vorfeld auch wenig Zeit, sich auf die Sprachaufnahme vorzubereiten, da viele Texte erst in letzter Minute final vorliegen. So ist es eine der bemerkenswertesten Fähigkeiten eines guten Sprechers, dass er einen Text, den er nicht kennt, meist schon beim ersten Take fehlerfrei, zeitlich perfekt passend und wohl akzentuiert einsprechen kann, dabei selbständig sein eigener Regisseur ist und direkt danach noch verschiedene Alternativen anbietet. Dieses mag zunächst sehr pragmatisch klingen, jedoch ist es zum Beispiel eine hohe Kunst, einen Text für einen 20sekündigen TV-Spot,der zeitlich oft knapp bemessen ist, perfekt akzentuiert, „auf den Punkt“ genau, aber dennoch „wie aus einem Guss“ zu sprechen. Am Ende klingt es so, als ob es nie anders hätte sein können, auch wenn man an einer Aufnahme für einen 20sekündigen Spot zwei Stunden oder mehr gearbeitet hat.

Wie wird man Werbesprecher oder Synchronschauspieler?

Wenn man sich die Biographien verschiedener Profi-Sprecher anschaut, erkennt man schnell, dass es nicht den einen „richtigen“ Weg gibt. Viele Synchronschauspieler haben als Background natürlich eine Schauspielausbildung. Doch spielt das Sprechen vor dem Mikrofon im Rahmen eines solchen Studiums meist keine oder nur eine geringe Rolle. Und gerade in der Arbeit als Werbesprecher gibt es viele Dinge, die einem Schauspieler zunächst einmal fremd sind. Man arbeitet rein mit der Stimme, andere performative Elemente gibt es nicht, sind meist sogar hinderlich. So ist es zum Beispiel nicht ratsam, sich im Aufnahmeraum vor dem Mikrofon zu stark zu bewegen und damit unerwünschte Geräusche zu verursachen. Auch unterscheiden sich die Sprechtechnik vor dem Mikrofon sehr stark von der Arbeit auf der Bühne oder vor der Kamera. Und dass am Ende die Sprachaufnahme für einen Werbespot „wie aus einem Guss“ klingt, ist eine Sprechkunst, die man komplett neu erlernen muss.

Häufig kontaktieren uns Leute, die ab und an auf ihre Stimme angesprochen wurden und gerne wüssten, wie man Sprecher wird. Eine pauschale Antwort darauf zu geben, wäre unprofessionell, da abhängig von den individuellen Voraussetzungen der Weg dahin sehr unterschiedlich sein kann. 


„Was würden sie mir raten, wenn ich sie jetzt fragen würde, wie ich einen Marathonlauf absolvieren könnte, obwohl ich bisher nur selten wenige Kilometer joggen gehe?“


Eine mögliche Antwort darauf wäre vielleicht: „Du musst Dir ein paar gute Laufschuhe kaufen und anfangen zu trainieren. Jede Woche wenige Kilometer mehr. Und irgendwann bist Du soweit, dass Du bei einem Marathonlauf auch das Ziel erreichst. Unerheblich ist zunächst die Frage, welchen Platz Du belegst. Und ob Du irgendwann auch mal gewinnen wirst, hängt von weiterem Training und vielleicht auch von der persönlichen Veranlagung ab.“

Genauso verhält es sich, wenn man professioneller Sprecher werden möchte. Man muss bereit sein, viel zu trainieren, ohne am Anfang zu wissen, welches Ergebnis am Ende stehen wird. Zu Beginn empfehlen wir häufig, Einzelstunden bei einem professionellen Sprechtrainer zu buchen, der schon zu Anfang beurteilen kann, ob es irgendwelche Hinderungsgründe (zum Beispiel logopädische Probleme) gibt. Ein weiteres Training ergibt sich dann immer aus den persönlichen Zielen und der individuellen Begabung.

Eher Abstand nehmen sollte man von allen Anbietern, die einem versprechen, dass man am Ende eines Kurses in jedem Fall professioneller Sprecher ist. So etwas pauschal im Vorfeld zu behaupten, wäre genauso unseriös, wie dem marathoninteressierten Läufer zu Beginn seines Trainings zu versprechen, dass er eines Tages den Berlin-Marathon gewinnen wird. Man sollte immer bedenken, dass man es in der Branche mit einer großen Konkurrenz zu tun hat und dass jeder Kunde eine 100 %ige Professionalität erwartet.

In jedem Fall sollte man sich im Vorfeld überlegen, ob man sich eher für den Beruf des Synchronschauspielers oder des Werbesprechers interessiert. Natürlich gibt es viele Sprecher, die in beiden Berufen arbeiten, dennoch sind die Anforderungen - wie bereits beschrieben - doch sehr unterschiedlich und man sollte gerade zu Beginn seiner Ausbildung zunächst eine Richtung verfolgen.


Hier eine kleine Auswahl von Sprechtrainern und Akademien:

Die Freisprecher (Berlin)
Webseite: die-freisprecher.com

Stimmcoach Richard Gonlag (Berlin)
Webseite: richard-gonlag.de

Stimmcoach Susanne Hauf (Berlin)
Website: mietcoach.berlin

Akademie für professionelles Sprechen (Berlin)
Webseite: mikrofonsprechen.de

Die Schule des Sprechens (Wien)
Webseite: sprechen.com

Bildungszone (Wien)
Webseite: bildungszone.at


Im Bereich des Synchronschauspiels gibt es noch die Besonderheit, dass viele größere Synchronstudios auch offene Castings anbieten. Wir empfehlen jedoch immer, zunächst ein wenig zu üben und nicht unvorbereitet zu einem solchen Casting zu gehen. Sicherlich gibt es auch Naturtalente, aber generell macht vor allem Übung den Meister!

Eines möchten wir zum Schluss klarstellen: Wir wollen Euch mit diesem Artikel nicht demotivieren sondern vielmehr ermutigen. Da wir aber nicht von einem ambitionierten Hobby sondern von einem künstlerischen Beruf sprechen, müsst ihr euch im Vorfeld absolut darüber im klaren sein, dass man sehr viel Engagement und Durchhaltevermögen mitbringen muss. Der Lohn dafür ist ein Beruf, der einem viel Freude und Abwechslung bereiten kann. Und der – auch das muss man erwähnen – im professionellen Kontext gute Verdienstmöglichkeiten bietet. Wenn euch das nicht abschreckt, dann setzt Euch die ersten 5 Kilometer zum Ziel und freut Euch auf Euren ersten Zieleinlauf nach 42,195 Kilometern!

Manfred Lehmann Manfred Lehmann
Bruce Willis, Gerad Depardieu, Kurt Russel - Sie alle haben eines gemeinsam: Synchronsprecher Manfred Lehmann, den man wohl ohne jegliche Übertreibung als eine der bekanntesten Synchronstimmen Deutschlands bezeichnen darf. Zuerst Schauspieler in zahlreichen deutschen Fernseh- und Filmproduktionen, dann Synchronsprecher und mittlerweile nicht nur wegen der Bekanntheit seiner Stimme auch Sprecher in Commercials, Imagefilmen und Dokumentationen. Wer kennt die legendäre Werbung der Baumarktkette "Praktiker" nicht: "20 % auf alles - außer Tiernahrung"? Der Wirkung und Beliebtheit seiner prägnanten und charismatischen Stimme hat diese Bekanntheit keinen Abbruch getan. Sie beeindruckt nach wie vor aufs Höchste!
Joachim Kerzel Joachim Kerzel
Bereits in jungen Jahren begann Joachim Kerzel als Schauspieler an verschiedenen Theatern in ganz Deutschland zu arbeiten, bevor er dann 1980 den Schwerpunkt seiner Arbeit vermehrt in den Bereich der Filmsynchronisation verlagerte. Dustin Hoffmann, Sir Anthony Hopkins, Jack Nicholson, Harvey Keitel und Jean Reno: Das sind nur einige Schauspieler, denen Joachim Kerzel ihre deutsche Stimme leiht. Doch nicht nur die Arbeit als Synchronschauspieler liegt ihm im Blut. In fast zwei Drittel aller deutschsprachigen Kino-Trailer hört man ihn als Off-Sprecher. Für seine Synchronrolle in "About Schmidt" (Jack Nicholson) erhielt er 2003 den "Deutschen Preis für Synchron".
Daniela Hoffmann Daniela Hoffmann
Spätestens seit dem Jahr 1990 ist die Synchronschauspielerin einem großen Publikum bekannt: In "Pretty Woman" lieh sie Julia Roberts ihre Stimme und ist seitdem die deutsche Feststimme der bekannten Hollywood-Schauspielerin. Aber Daniela nur darauf zu reduzieren würde ihrem Talent nicht gerecht werden: Bekannt wurde sie auch durch Schauspiel-Hauptrollen beispielsweise in "Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen" oder "Neues vom Süderhof". Wie warm, herzlich und wandelbar ihre Stimme ist, zeigte sie auch schon als Synchronstimme von Calista Flockhart in "Ally McBeal" oder als Mammut "Ellie" in den "Ice Age"-Zeichentrickfilmen. Neben ihrer mehr als erfolgreichen Synchronarbeit hört man Daniela Hoffmann auch tagtäglich im Radio: So zum Beispiel als Station-Voice von "Hitradio FFH" oder "Hit-Radio RTL Sachsen". Auch in TV-Spots lieh sie natürlich bekannten Marken ihre Stimme. Vielen dürften unter anderem Commercials von "Sheba", "Yogurette", "Air Berlin" oder "Danone" noch im Ohr sein.

Kommentare

Julia Braun
18.06.17 -16:32 Uhr

Casting / Demoaufnahmen schicken?

Hallo,

ein sehr spannender und informativer Artikel. So detaillierte Informationen findet man selten! Vielen Dank also dafür!
Ich persönliche falle wohl in die Kategorie, "für einen Marathonlauf zu üben"! Ich habe auch schon ein paar Demoaufnahmen von mir gemacht. Die sind vielleicht vom Klang her nicht ganz so professionell, aber reichen eventuell aus, um meine Stimme beurteilen zu können. Kann ich Euch so etwas mal schicken und auf Euer Feedback hoffen?

Viele Grüße aus Köln!
Julia
Hallo Julia,

vielen Dank für Dein Feedback und das Lob! Uns als Sprecheragentur ist es natürlich immer ein Anliegen über den Beruf des Sprechers und die Branche zu informieren und natürlich auch den Wert der künstlerischen Arbeit dabei zu betonen.
Gerne kannst Du uns jederzeit Demoaufnahmen schicken, gerne geben wir dazu unser Feedback!
Vielleicht darf ich Dir dazu im Vorfeld einige Anregungen geben. Es ist immer wichtig, dass man bei Demoaufnahme auf die größtmöglichste Qualität achtet. Zum Beispiel ist es ratsamer in einem Tonstudio in seiner Nähe eine Stunde zu buchen, um dort Aufnahmen in der bestmöglichsten Qualität erstellen zu können. Oft bekommen wir auch solche Demos, die mal eben mit einem Smartphone aufgenommen wurden. Dies hat 2 große Nachteile: Zum einen ist die Aufnahmequalität nicht ausreichend, zum anderen wirst Du bei vielen Agenturen mit solch einem Material wahrscheinlich kaum eine Chance haben. Wir raten immer, bevor man sich an Agenturen wendet, Zeit und Energie in die Demoaufnahmen zu stecken, so dass die dahinter stehende Motivation dadurch erkennbar wird. Es wird immer besser klingen, als wenn es "mal eben" mit dem Smartphone aufgenommen wurde. Gerne vermitteln wir auch einen Kontakt zu einem Tonstudio aus unserem Netzwerk in Deiner Nähe.

Viele Grüße
Jörn
Julian Hartmann
19.06.17 -09:48 Uhr

Staatlich anerkannte Ausbildung zum Synchronsprecher?

Liebes Team von speaker search,

vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel! Ich habe gerade mein Abitur gemacht und bin schon seit einiger Zeit dabei, mich über den Beruf als Synchronsprecher zu informieren. Gibt es auch eine Art staatlich anerkannter Ausbildung in diesem Bereich?

Mit freundlichen Grüßen
Julian Hartmann
Hallo Julian,

vielen Dank für Dein positives Feedback zu unserem Artikel!

Eine staatlich anerkannte Ausbildung direkt zum Synchronschauspieler gibt es m. E. nicht. Sicherlich wäre ein Weg dahin ein Schauspielstudium, welches Du mit einem Diplom abschließt. Allerdings ist die primäre Ausrichtung einer solchen Ausbildung natürlich eine andere, als später ausschließlich als Synchronschauspieler zu arbeiten. Wie im Artikel bereits erwähnt haben viele Synchronschauspieler diesen Background.
Am Ende zählt halt immer Deine Performance vor dem Mikrofon. Vielleicht wäre es für Dich ratsam, ein paar Stunden mit einem Sprechtrainer zu arbeiten und einmal zu schauen, wie Deine Grundvoraussetzungen sind. Du kannst uns gerne auch per Email kontaktieren. Wir können Dir dann Empfehlungen für einen Sprechtrainer in der Nähe Deines Wohnortes geben.

Viele Grüße
Jörn
Vanessa
19.06.17 -12:04 Uhr

Praktikum im Bereich Synchronisation / Synchronschauspiel?

Hallo! Ich studiere Medienwissenschaften und interessiere mich schon lange für den Bereich Synchronisation / Synchronschauspiel. Ich bin auf der einen Seite sowohl an der Arbeit als Synchronregisseurin als auch als Synchronsprecherin interessiert. Gibt es generell die Möglichkeit diese Arbeit im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen?

Vanessa.
Liebe Vanessa,

ja, diese Möglichkeiten bestehen durchaus. Ich würde an Deiner Stelle nicht davor zurückschrecken auch Initiativbewerbungen an Synchronstudios zu schicken. Wir sind zwar kein reines Synchronstudio, aber auch wir haben regelmäßig in allen Bereichen Praktikanten. Wenn Berlin als Ort für Dich eine Option ist, freuen wir uns natürlich über eine Bewerbung von Dir!

Viele Grüße
Jörn
Andreas Vogel
19.06.17 -14:02 Uhr

Kann man auch in Nebenbeschäftigung Sprecher sein?

Guten Tag,

ich bin auf ihren sehr informativen Blog-Eintrag gestoßen, solche detaillierten Informationen findet man selten im Internet. Ich habe eine Frage ein sie. Aufgrund meines Berufes komme ich öfter in die Situation, dass ich Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von ca. 200 Personen moderieren muss. Ich bin daher geübt, was das sprechen vor Publikum angeht und überlege schon länger das auszubauen. Ich würde gerne Unterreicht nehmen und professioneller werden aber nicht meinen Beruf dafür aufgeben wollen. Gibt es Nebenberufssprecher? Oder ist das eher schwierig?
Besten Dank für eine Antwort im voraus!
A. Vogel
Lieber Andreas,

ich denke, dass es in erster Linie darauf ankommt, wie gut und professionell sie vor dem Mikrofon sind. Sicherlich gibt es auch Sprecherinnen und Sprecher, die den Beruf neben einem anderen ausüben. Das ist in Deutschland zum Beispiel oft bei Sprechern, die aus einem anderen Land kommen und in einer anderen Sprache sprechen so. Die meisten muttersprachlich deutschen Sprecherinnen und Sprecher üben den Job aber als Hauptberuf aus. Gerade wenn man als Sprecher zum Beispiel von einem Studio für eine Produktion gebucht wird, werden diese Termine häufiger in einem Zeitfenster liegen, das einem normalen Arbeitstag entspricht. Aber auch hier muss man natürlich sagen, dass es sehr davon abhängt, wie sie sich vermarkten und wie ihr Kundenstamm aussieht. Im Bereich des Synchronschauspiels wäre es z.B. möglich, dass Sie sich dann eher als Mengen-Massen-Sprecher anbieten, um nicht mehrere Tage am Stück im Synchronstudio verbringen zu müssen.

Ich hoffe, wir konnten Ihre Frage damit beantworten!
Herzliche Grüße!
Jörn Witt
Lars Horn
20.06.17 -16:50 Uhr

Halb professionelles Mikro zum üben?

Hallo an alle! Ich interessiere mich schon seit einiger Zeit dafür mit meiner Stimme was vor dem Mikrofon zu machen. Ich hatte jetzt mal ein wenig recherchiert. Es gibt ja anscheinend schon so halb professionelle Mikros für wenig Geld. Was meint ihr? Macht es Sinn, sich sowas zu kaufen, um erstmal zu Hause üben zu können?
Hallo Lars,

wieviel Geld man in ein "Hobby" investieren möchte, um eventuell herauszufinden, ob man sich darin professionalisieren kann, ist zunächst natürlich eine sehr individuelle Frage (und natürlich auch eine Frage des individuellen Geldbeutels). Meiner Meinung nach macht es natürlich Sinn, wenn man sich - und das muss ja wirklich kein Equipment im Profi-Segment sein - etwas kauft, mit dem man spürbar erste Ergebnisse erzielen und üben kann. Es gibt zum Teil sehr günstige Großmembranmikrofone, die über einen USB-Anschluss verfügen und direkt Computer oder Laptop angeschlossen werden können. Damit kann man auf jeden Fall die ersten Erfahrungen sammeln. Allerdings sollte man dieses nicht als Ausgangsmaterial verwenden, um sich bei einer Agentur oder bei einem Studio zu bewerben.

Viele Grüße!
Jörn
Julia Müller
27.06.17 -16:19 Uhr

Kann man ihnen Demos schicken?

Hallo, mich würde interessieren, ob es prinzipiell möglich ist ihnen Demos von mir zu schicken und sie um ihre Meinung zu fragen? Ich habe gerade meine Schauspielausbildung absolviert und schon einige Erfahrung im Sprechen. Allerdings kann ich nicht beurteilen ob es genügt.
Liebe Julia,

gerne kannst Du uns jederzeit Demos von Dir schicken! Die Kollegen in unserer Agentur, die sich um die Sprecherbewerbungen kümmern, werden Dir dazu in jedem Fall Feedback geben. Wichtig ist immer, dass Du möglich eine große Bandbreite Deiner Fähigkeiten präsentierst. Das erleichtert eine Einschätzung sehr.

Viele Grüße
Sören
Jasmin
04.07.17 -19:57 Uhr

Wohin kann ich mich wenden um Demos zu schicken?

Ich würde euch wie andere hier auch gerne ein paar Demo-Aufnahmen von mir zuschicken um eine professionelle Meinung zu erhalten, aber ohne mich gleich zu Bewerben. Wohin schicke ich dann Diese? Gibt es dafür eine eigene E-Mail Adresse?
Liebe Jasmin,

gerne kannst Du uns an unsere allgemeine Emailadresse (info@speaker-search.de) Deine Demos schicken. Wir geben sehr gerne Feedback dazu!

Viele Grüße
Sören
Daniela Meier
20.08.17 -23:01 Uhr

Als Quereinsteiger zu offenen Castings?

Liebes speaker-search-Team,
ich danke Ihnen erstmal sehr für diesen tollen Artikel, welcher mir schon viele meiner Fragen beantwortet hat. Ich habe leider keine Ausbildung aus diesen Gebieten absolviert, sondern bin gelernte Medizinische Fachangestellte beim Kinderarzt. Mir wurde schon oft von meinen kleinen Patienten, oder auch von meinem Freund und meiner Familie gesagt, wie gut Sie es sich vorstellen könnten, wenn ich als Synchronschauspieler arbeiten würde, speziell auch in Kinderfilmen, da ich meine Stimme sehr gut verstellen kann und auch sonst (Wortlaut meines Freundes) "ganz schön einen an der Klatsche" habe und eigentlich dringend einem kreativen Job nachgehen müsse. Aus diesem Grund würde ich mich gerne als Quereinsteiger in dieser Branche beweisen und wollte von Ihnen wissen, wo ich von offenen Castings erfahren könnte? Liebe Grüße aus Hamburg, Daniela
Liebe Daniela,

vielen Dank für Ihr Lob! Wir freuen uns, dass Ihnen der Artikel schon einmal einige Fragen beantworten konnte.
Offene Sprechercastings gibt es vor allem Bereich der Filmsynchronisation. Im Bereich der Werbesprecher ist dieses nicht üblich. Dort sollte man sich direkt bei Agenturen mit professionellem Demomaterial bewerben.
Unser Tipp wäre, dass Sie sich zunächst einmal einen professionellen Sprechtrainer / Coach in Ihrer Nähe suchen und ein paar Probestunden bei diesem buchen. Das hat den Vorteil, dass zunächst einmal professionell der 'Ist-Zustand' Ihrer Stimme analysiert werden kann. Da der Weg zum professionellen Sprecher natürlich sehr von den individuellen Voraussetzungen abhängt, wird er ihnen dementsprechend auch individuell die möglichen nächsten Schritte aufzeigen können.
Letztlich ist es wie die Frage, wie man einen Marathon laufen kann. Man braucht zunächst gute Sportschuhe und muss dann trainieren. Wann man dann einen kompletten Lauf durchhält und ob man irgendwann zu den Gewinnern gehört, wird man erst herausfinden, wenn man sich auf den Weg gemacht hat.

Viele Grüße aus Berlin
Jörn

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