Dokumentarfilm "Volunteers"

28.03.16 / Produktion

Unsere Recherche geht weiter

Unsere Recherche geht weiter
Über Ostern waren wir in der Süd-Ost-Türkei, um weiter für unseren sich in Entwicklung befindlichen Dokumentarfilm "Volunteers" zu recherchieren. Unsere Reise führte uns auch in die Stadt Reyhanli an die syrischen Grenze.
Von der türkischen Stadt Gaziantep in Südostanatolien aus haben wir die Ostertage genutzt, um weiter für unser Dokumentarfilmprojekt zu recherchieren. Vor allem die Fahrt in den an der syrischen Grenze gelegene Ort Reyhanli, welcher nur 70 km entfernt von der umkämpften syrischen Stadt Aleppo liegt, hat uns viele neue Kontakte, Informationen und Einblicke gebracht. Alleine in Reyhanli leben über 100.000 Menschen aus Syrien, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind.Der Nordwesten Syriens, der an die türkischen Provinzen Hatay, Kilis und Gaziantep grenzt, ist ein Gebiet, in dem dicht nebeneinander alle Kriegsparteien im syrischen Bürgerkrieg ihre Stellungen verteidigen. Östlich von Gaziantep befindet sich direkt an der türkischen Grenze ein Gebiet, welches vom sogenannten Islamischen Staat (auf Arabisch DAASH) kontrolliert wird. In dem syrischen Gebiet westlich der türkischen Stadt Gaziantep befinden sich kurdische Kämpfer. Südlich davon, auf Höhe der Stadt Reyhanli dann Einheiten der FSA (Freie Syrische Armee). Dort jedoch auch auch vereinzelt Kämpfer der Al-Qaida-nahen Al-Nusra-Front.Wir haben eine Situation vorgefunden, die sich in vielen Details anders darstellt, als das Bild, welches man aus den Medien ansonsten gewinnt. Auch im Gespräch mit geflüchteten syrischen Familien ergaben sich viele neue Kontakte, Details und Ansatzpunkte, die wir in unserem Film zeigen werden.Und wenn man dann abends unweit der syrischen Grenze auf türkischer Seite im Hotelzimmer die Tagesthemen schaut, Caren Miosga in ihrer Anmoderation von einer "Befreiung" Palmyras durch die Soldaten von Baschar al-Assad spricht und der ARD-Korrespondent Volker Schwenck aus Kairo eine Einschätzung der Lage gibt, merkt man, dass die Redaktion der Tagesthemen und das Korrespondentenbüro der ARD in Kairo weit, weit weg sind. Wenn einem am selben Tag fast jeder syrische Flüchtling erzählt, wer von seiner Familie und Freunden von dem Assad-Regime verschleppt, gefoltert oder getötet wurde, ist es zynisch von einer "Befreiung" zu sprechen.

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